06.06.2012: Solarflugzeug erfolgreich in Marokko gelandet

Und es soll doch! 10 Tage in Rabat verweilen. TwikeZora hat wieder Hoffnung auf ein Zusammentreffen!

05.06.2012: TwikeZora rebelliert

Ojeoje, das war heute zuviel:

Zum Anfang der Geschichte: TwikeZora wurde vergangene Woche von Siemens Marokko nach Casablanca eingeladen. Dafür nahm es die zweitägige Fahrt von Agadir nach Casablanca auf sich mit dem Hintergedanken die Fahrt mit der Ankunft des Solarflugzeuges zu verbinden.

Nachdem das Solarflugzeug jedoch nach über eine Woche Verspätung immer noch nicht in Marokko eingetroffen ist, wurde das TwikeZora in Casablanca gelassen, damit ich über das Wochenende nach „Hause“ per Zug fahren konnte. Erholung von der Großstadt. Geplant war am Montag wieder in Casablanca zu sein, doch es kam alles anders.

Im Zug von Casablanca nach Marrakech kam die Fahrscheinkontrolle, und ich konnte mein Ticket nicht mehr vorweisen, da mein Geldbeutel wie von Geisterhand weg war. Allzuviele Möglichkeiten gab es nicht, da man in Marokko bevor man auf die Gleise tritt nochmals kontrolliert wird ob man ein Ticket besitzt. Also muss der Geldbeutel auf den 100m zwischen Gleiszugang und Zugeinstieg abhanden gekommen sein.

Der Schaffner war so nett mir in meiner Verzweiflung nicht noch ein Hinterniss mit dem fehlenden Ticket aufzubürden, in Deutschland wäre das bestimmt anders gewesen. Denn die Probleme waren weit größer. Denn es befanden sich in dem Geldbeutel nicht nur alle Fahrzeugpapiere, sondern auch Führerschein, Visakarte, Autoversicherung, Zollbescheinigung…nur der Reisepass war zu groß gewesen:-)

Es war der letzte Zug von Casablanca nach Marrakech, so dass ich um 4 Uhr morgens in Agadir ankam. Am nächsten Tag ging ich zur Meldung auf die Polizei, doch schickte man mich vom Zentralkommissariat zum 2. Arrondissement. Bei meiner Ankunft war dieses jedoch schon am Schliessen und man schickte mich zurück zur Permanenze ins Zentralkommissariat. Eigentlich. Denn ich weigerte mich, schon mir der Vorausahnung, dass dort die Arbeit nicht richtig gemacht wird und liess mich auf Mo vertagen. Der Tag, an dem es eigentlich wieder nach Casablanca gehen sollte.

Ojeoje Marokko. Was war der Montag für ein Tag. Man trug einen Mann an mich heran, der kein Französisch konnte. Endlich kam der Chef. Dieser meinte, dass nicht die Polizei für mich zuständig wäre, sondern die Ausländerbehörde. Man war so nett, mich im Polizeiauto dort hinzufahren. Dort frage man mich, ob ich den Geldbeutel verloren hätte oder ob er mir gestohlen wurde. Mit meiner Antwort er ist mir abhanden gekommen, konnte man nichts anfangen. Ich müsse mich jetzt entscheiden, gestohlen oder verloren. Also sage ich glaube ich zuerst verloren. Daraufhin meinte man zu mir, ich müsste nach Casablanca zurückfahren, um den Fall dort zu melden, da dies ja alles in Casablanca passiert sei. Uups, daraufhin meinte ich, dass man mich wohl falsch verstanden hätte, gestohlen meinte ich natürlich:-)

Daraufhin verwies man mich zurück auf die Polizei.
Der Arme für mich Zuständige verweifelte fast hinter seinem Computer. So war er nicht fähig die einzelnen Buchstaben auf der Tastatur zu erkennen, jeder einzelne Buchstabe musste gesondert gesucht werden. Dies hatte zur Folge, dass nach 5 Stunden!!!! endlich eine DinA 4 Seite Bericht geschrieben wurde. Und ich wollte eigentlich noch nach Casablanca!!! Es kam jedoch noch besser, als der Herr endlich fertig war, war der Polizeichef natürlich schon längst in den Feierabend gegangen. Und seine Unterschrift war notwendig auf den von uns angefertigten 8!!!! Exemplaren der Diebstahlanzeige.

Gut, es blieb mir also nichts anderes übrig als am nächsten Tag, also heute, erneut dort vorbeizuschauen. Und was sahen meine Augen? Meine Dokumente waren noch immer nicht unterschrieben!!! Jaja, der Polizeichef hätte noch keine Zeit gehabt und wäre jetzt auch nicht da, ich sollte mich doch bitte gedulden. Gedulden??? Was für eine Aufforderung. Nach zweistündigen erneuten Warten kam der gnädige Chef endlich, um mir mitzuteilen, dass ich nach Casablanca gehen müsste, um dort die Diebstahlanzeige anzufertigen, da mir der Geldbeutel schliesslich in Casablanca abhanden gekommen sei….

Sprachlos!!!!!

05.06.2012: Das Solarflugzeug kommt heute in Marokko an!

Swissinfo.ch 5.Juni2012

Flugpionier Piccard steuert Solar Impulse nach Marokko
Pünktlich hat das Solarflugzeug Solar Impulse am Dienstagmorgen Madrid in Richtung Marokko verlassen. Am Steuer des Flugzeuges sass zum ersten Mal Solar-Pionier Bertrand Piccard selbst.

Das nur mit Sonnenenergie betriebene Flugzeug ist gemäss der Homepage des Solar-Impulse-Projekts um 5.22 Uhr vom Flughafen Madrid-Barajas aus gestartet. Die Reise geht via Gibraltar weiter nach Tanger – auf rund 8500 Meter über Meer.

Die Landung in der marokkanischen Hauptstadt Rabat ist gegen Mitternacht geplant. Dort wird die Solar Impulse voraussichtlich von König Mohammed VI. und von Vertretern der marokkanischen Solaragentur empfangen, die sich davon neue Impulse für ihr eigenes Solarprogramm erhoffen.

Flug wie „Belohnung“

Der Schweizer Flugpionier gab sich am Dienstagmorgen in einem der Nachrichtenagentur sda gewährten Telefoninterview enthusiastisch über die „fantastischen Momente“, die er nach dem Start in Madrid erlebt habe. Der Vollmond habe ihn und die Solar Impulse begleitet, erzählt er.

Piccard hat sich für die Mission Solar Impulse zum ersten Mal selber ins Cockpit gesetzt. Trainings absolvierte der Schweizer dagegen schon viele, etwa auf einem Probeflug, der über 19 Stunden dauerte. „Diese erste Flugmission ist wie eine Belohnung,“ sagt er.

Aber trotzdem: Konzentration sei unerlässlich. Auch wenn das Fluggerät – ein Prototyp – mit Technik vollgestopft sei, gesteuert werde es manuell, erklärt Piccard. Im Vergleich zu einem klassischen Flugzeug sei zudem die Steuerung sehr fein eingestellt.

Piccard wird bei seinen Entscheiden von einem Kontrollzentrum assistiert, das nur für die Solar Impulse da ist. Dieses analysiert zusammen mit dem Piloten ganz unterschiedliche Daten wie beispielsweise das Geländerelief, den Batteriestand oder die Sonneneinstrahlung, um die geeignetste Reiseroute zu bestimmen.

Die Crew will mit der Mission das Potenzial erneuerbarer Energien aufzeigen. Dies könnte etwa zu neuen Anwendungen im Bereich Motoren, Energiegewinnung oder Batterieeffizienz führen. Früher oder später, ist Piccard überzeugt, werde es möglich sein, den Verbrauch fossiler Brennstoffe um die Hälfte zu reduzieren.

Erste Etappe flog André Borschberg

Die erste Etappe dieses Flugs absolvierte Solar-Impulse-Pilot André Borschberg. Er startete am 24. Mai vom Militärflugplatz Payerne VD aus und landete einen Tag später in Madrid. Aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen musste der am 28. Mai geplante Weiterflug nach Marokko jedoch verschoben werden.

Der rund 2500 Kilometer lange Flug, bei dem das Solarflugzeug zum ersten Mal das Mittelmeer überfliegt, soll der letzte vor der geplanten Weltreise im Jahr 2014 sein. Für die Weltreise selbst wird ein neues Solarflugzeug gebaut, welches grösser ist und dem Piloten mehr Platz im Cockpit lässt.

25.05.2012: Solarflugzeug Richtung Marokko gestartet

Bericht Spiegel Online 25.05.2012

Fliegen mit Sonnenenergie: „Solar Impulse“ bricht zu Reise nach Afrika auf

2500 Kilometer mit Solarenergie: Die „Solar Impulse“, ein Experimentalflugzeug des Schweizer Luftfahrtpioniers Bertrand Piccard, ist zu ihrer bislang weitesten Reise nach Marokko gestartet. Die Tour ist eine Generalprobe – demnächst ist eine Weltumrundung geplant.
„Solar Impulse“: Fernflüge mit Sonnenenergie

Bern/Madrid – Das Schweizer Solarflugzeug „Solar Impulse“ ist nach seinem ersten Flug innerhalb Europas nun nach Afrika aufgebrochen. Die Öko-Maschine des Schweizer Luftfahrtpioniers Bertrand Piccard startete am Donnerstagmorgen vom Flugfeld Payerne (Schweizer Kanton Waadt) mit dem Piloten André Borschberg an Bord, teilte die Initiative Solar Impulse mit.

Am frühen Freitagmorgen landete das Solarflugzeug „Solar Impulse“ planmäßig in Madrid. In der spanischen Hauptstadt ist ein dreitägiger technischer Stopp angesetzt. Von hier aus werde das Flugzeug – sofern das Wetter mitspielt – voraussichtlich am Pfingstmontag nach Rabat in Marokko starten. Dieser 2500 Kilometer lange Flug wäre für den innovativen Flieger, der allein mit Solarenergie betrieben wird, der bislang längste.

Die Tragflächen haben eine Spannweite von 63,40 Meter, was etwa der eines vierstrahligen Airbus A340 entspricht. Die Maschine wiegt aber nur 1,6 Tonnen, so viel wie ein Mittelklassewagen.

Unterstützt wird die schweizerische Initiative auch von dem deutschen Unternehmen Bayer MaterialScience. Es steuerte das technische Know-how und Hightech-Polymerwerkstoffe für die energiesparende Leichtbau-Konstruktion bei.

Generalprobe für Weltumrundung

Nach dem ersten internationalen Flug der „Solar Impulse“ von der Schweiz nach Belgien und Frankreich im vergangenen Jahr soll der insgesamt 48 Stunden lange Afrika-Flug als weiterer Test vor der geplanten Weltumrundung dienen. Die Maschine muss auf der Route die Pyrenäen und das Mittelmeer überqueren.

Von Madrid aus will dann Piccard selbst die Maschine steuern. Die Reise wurde mit dem Start der Arbeiten an dem weltweit größten Solarkraftwerk in der Region Ouarzazate in Marokko koordiniert. Dort sollen Piccard und Borschberg von der marokkanischen Agentur für Solarenergie begrüßt werden.

Der Ökoflieger von Piccard war am 14. Juni 2011 von Payerne zunächst nach Brüssel geflogen. Der Weiterflug nach Paris-Le Bourget gelang wegen schlechten Wetters erst im zweiten Anlauf.

23.05.2012: Keine Kfz-Steuer für Elektroautos

Gesetzentwurf der Regierung: Elektroautos fahren zehn Jahre steuerfrei

Bericht SpiegelOnline (23.05.2012)

Elektroautos werden künftig zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Das beschloss die Bundesregierung und verdoppelte damit die bisherige Dauer der Vergünstigung. Um in den Genuss der Förderung zu kommen, muss das E-Mobil allerdings in einem bestimmten Zeitraum zugelassen werden.

Berlin – E-Fahrzeuge sollen künftig zehn statt bisher fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf beschloss am Mittwoch das Kabinett in Berlin. Die Steuerbefreiung soll für Fahrzeuge gewährt werden, die in der Zeit vom 18. Mai 2011 bis 31. Dezember 2015 erstmals zugelassen werden. Nach 2015 soll die Steuerbefreiung für reine E-Fahrzeuge für fünf Jahre fortgeführt werden – bei erstmaliger Zulassung vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2020.

Die Förderung soll nicht mehr nur auf reine Elektro-Pkw beschränkt, sondern auf andere reine E-Fahrzeuge erweitert werden. Vor allem bei Nutzfahrzeugen und Leichtfahrzeugen lägen erhebliche Potentiale für den Klimaschutz sowie nachhaltige Mobilität.

Mit der Vergünstigung werden Teile des vor einem Jahr vorgelegten „Regierungsprogramms Elektromobilität“ umgesetzt. Ziel ist es, den „Anreiz zur Anschaffung eines umweltfreundlichen Elektrofahrzeugs zu verstärken“.

Die Bundesregierung wünscht sich, dass bis 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen fahren. Experten der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) hatten dieses Ziel bei den derzeitigen Umständen für utopisch erklärt und kürzlich dazu aufgefordert, den Kauf von Elektromobilen durch politische Maßnahmen attraktiver zu machen.

15.-16. Mai 2012: MENAREC 5 in Marrakech

TWIKE ZORA hoffentlich live dabei:
About Menarec 5:

On 15 and 16 May 2012, the 5th Middle East and North Africa Renewable Energy Conference (MENAREC 5) will be held in Marrakech. It will be organized by the Ministry of Energy, Mines, Water and Environment of the Kingdom of Morocco in partnership with the German Federal Ministry for the Environment, Nature Conservation and Nuclear Safety (BMU) and the German Agency for International Cooperation (GIZ).

The MENAREC 5 will attract around 500 participants, including ministers from the EU and the MENA region, officials from international organizations and finance institutions, decision-makers from the private sector, academics, and NGO and media representatives. It is set to become a milestone on the path to closer and wider regional and EU-MENA cooperation in the renewable energy sector.

The central theme of the MENAREC 5 has been set to be “Prospects and Challenges for a Sustainable Socio-economic Development of the MENA Region through Renewable Energy”. Selected experts will share their thoughts and knowledge on potential benefits of EU-MENA cooperation, such as through job creation from renewable energy projects, technology transfer, education and innovation, local value added and project financing mechanisms.

12.05.2012: TWIKE Zora und der Finanzminister

Die Tage von TWIKE Zora sollten eigentlich gezählt sein. Marokko vergibt nur Visa für Fahrzeuge von 6 Monate pro Jahr.

Doch TWIKE Zora will vorerst in Marokko bleiben. Der naheliegende Schritt wäre der Schritt der Verzollung. Eine Verzollung inklusive Mehrwertsteuer würden das TWIKE jedoch sehr wahrscheinlich 50% vom Neupreis kosten…..

Pour dédouaner un véhicule automobile, vous êtes tenu de payer des droits et taxes dont le taux cumulé s’élève à 53,25 % (taux de 2010).
Ce taux est ventilé comme suit :

Droits d’importation (DI) : 27,5% (taux de 2010)
Taxe sur la Valeur Ajoutée (TVA) : 20% (taux de 2010)
Taxe parafiscale à l’importation (TPI) : 0,25% (taux de 2010)
Ce taux cumulé de 53,25% [27,5 + (27,5 x20%) + 20 + 0,25] est appliqué à une valeur à l’état neuf du véhicule à dédouaner, déterminée à partir d’argus internationaux spécifiques aux véhicules.

Pour tenir compte de l’âge des véhicules importés, il est fait application des taux d’abattement suivants :

Moins d’un an : 0%
1 an <= âge < 2 ans : 10%
2 ans <= âge < 3 ans : 20%
Trois ans d’âge et plus : 25 %
Ainsi, un véhicule ayant plus de trois (03) ans acquitte le même montant des droits et taxes que le même véhicule ayant 3 ans.

Pour la détermination des valeurs des véhicules ayant 3 mois d’âge et moins, il est fait application des valeurs insérées dans le système de l’Administration des Douanes lorsque celles-ci s’avèrent supérieures à celles reprises par les factures d’achat. Dans le cas contraire, il est fait application des valeurs factures.

Ainsi, à titre d’exemple, la valeur à l’état neuf d’un véhicule de marque Peugeot modèle 205 Diesel ayant plus de trois ans d’âge, est de 83 200 dirhams (Dhs).

Pour tenir compte de l’âge du véhicule, un taux d’abattement est appliqué à la valeur à l’état neuf, soit pour ce cas 25%.

83200 x (100%-25%) = 62400 Dhs

Le calcul des droits et taxes se fera comme suit :
Valeur taxable x taux cumulé = montant des droits et taxes à payer
soit : 62400 x 53,25% = 33228 Dirhamshttp://www.douane.gov.ma/web/guest/particuliers?

TWIKE Zora traf den Finanzminister in Agadir! Das war gut durchdacht, da der Zoll dem Finanzministerium unterliegt, und nur der Finanzminister dem Twike eine ausserordentliche Verlängerung bewilligen kann. Es wurden dem Herrn sämtliche Zollpapiere überreicht in der Hoffnung, dass in der Tat einer verlängerten Aufenthaltsgenehmigung für TWIKE Zora stattgegeben wird.

Diese Genehmigung würde das Leben von TWIKE Zora nicht nur auf finanzielle Art und Weise erleichtern. Eine Verzollung verlangt ein anschliessend marokkanisches Nummernschild, hinzukommt die definitive Abmeldung in Deutschland, eine neue Fahrzeugversicherung und seit diesem Jahr die Verpflichtung für alle in Marokko wohnhaften Ausländern den marokkanischen Führerschein zu bestehen (auf arabisch oder französisch, welches manchen Deutschen vor ein ernstes Problem stellt).

06.05.2012: Solarboot schafft Weltumrundung in 584 Tagen

Ein Solartaxi, welches eine Tour um die Welt gedreht hat, gab es ja bereits. Ebenfalls wie vor kurzem berichtet ist ein Solarflugzeug nach Marokko unterwegs.
Das Solarboot scheint nun nachzuziehen:

SpiegelOnline.06.05.2012:

Paris – Einmal um die Welt nur mit Sonnenenergie: Ein in Kiel gebautes Schiff hat sich mit einem spektakulären Rekord einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Der Katamaran „MS Tûranor PlanetSolar“ beendete am Freitag in Monaco erfolgreich die erste Weltumrundung nur mit Solarstrom. Mit keinem anderen Schiff war dies bislang gelungen.

„Wir sind extrem glücklich“, kommentierte „PlanetSolar“-Initiator Raphaël Domjan die Ankunft des Schiffs im Fürstentum am Mittelmeer. „Wir haben gezeigt, dass wir die Technologie und das Wissen haben, um nachhaltig zu handeln und unseren blauen Planeten zu schützen.“

Die Reise der „MS Tûranor“ war vor allem ein langes Abenteuer. 584 Tage, 23 Stunden und 31 Minuten dauerte die Fahrt über alle Weltmeere. Das Schiff war von Monaco aus in Richtung des amerikanischen Kontinents gestartet und dann weiter nach Australien gefahren. Wegen Problemen mit der Schiffsschrauben-Steuerung musste die Mannschaft im April vergangenen Jahres in Asien eine zweiwöchige Zwangspause einlegen. Problemlos funktionierten hingegen die 38.000 Solarzellen.

Ohne Sonnenschein drei Tage manövrierfähig

Das Schiff, das in der Kieler Knierim-Werft gebaut wurde, sieht ein bisschen aus wie ein Mini-Flugzeugträger, die 537 Quadratmeter Solarplatten ragen über beide Seiten hinaus. Wenn die Sonne scheint, pflügt der Katamaran mit fünf bis sechs Knoten durch die Wellen, bei Wolken und Dunkelheit werden die beiden Propeller gedrosselt. Notfalls können die Lithium-Akkus das Schiff drei Tage ohne Sonnenschein lang antreiben.

Die erste Idee für das Projekt gab es bereits vor acht Jahren. Mehr als 64.000 Stunden Arbeit erforderte dann der Bau des 31 Meter langen und 15 Meter breiten Bootes. Es bietet Platz für bis zu 40 Personen und kostete rund 12,5 Millionen Euro. Für die Namensgebung ließen sich die Macher nach eigenen Angaben von J.R.R. Tolkiens Roman „Der Herr der Ringe“ inspirieren. In ihm taucht der Name Tûranor auf, ein Synonym für „Kraft der Sonne“.

So schnell nicht erreichen wird die „MS Tûranor PlanetSolar“ den Weltrekord für die schnellste Weltumrundung. Er wird seit 1995 von dem mittlerweile ausrangierten Überschallflugzeug Concorde gehalten – mit 31 Stunden, 27 Minuten und 49 Sekunden. Die schnellste Weltumrundung auf See gelang zu Jahresbeginn dem französischen Trimaran „Banque Polulaire V“. Das Schiff brauchte 45 Tage, 13 Stunden, 42 Minuten und 53 Sekunden.

Auf die „MS Tûranor PlanetSolar“ wartet unterdessen ein Umbau. Einige wenige Urlauber sollen in Zukunft auf dem exklusiven Schiff durch das Mittelmeer kreuzen können. Investor Immo Ströher plant, das Boot umzubauen und an Urlauber zu vermieten. Zwölf Passagiere und vier Crew-Mitglieder sollen künftig auf dem Katamaran Platz finden.

04.05.2012: TWIKE ZORA bildlich vertreten auf der MobiliTec, Hannover

MobiliTec, 23. – 27.04.2012
Internationale Leitmesse für hybride und elektrische Antriebstechnologien, mobile Energiespeicher und alternative Mobilitätstechnologien

TWIKE ZORA und Fahrerin im Sprung = ein funktionierendes Team sowohl auf der Strasse als auch am Pool:-)

Diese hervorragende Aufnahme gelang auf der TWIKE ZORA Reise von Agadir nach Dakhla in einem kleinen Ort namens Sidi Boufdail. Sidi Boufdail liegt an der marokkanischen Küste zwischen Tiznit und Sidi Ifni.

Der Hotelbesitzer eines dort ansässigen „Luxusressorts“ sponsorte TWIKE ZORA und seinen zwei Begleitern eine Erholungsnacht. Gut erholt gelang uns am Folgetag die obige Aufnahme.

03.05.2012: Offener Brief zum Thema Elektromobilität von Bodo Schneider-Schrimpf

Offener Brief zum Thema Elektromobilität – Leichtmobilfahren
10.1.2012
Bodo Schneider- Schrimpf schreibt an den VCD – Ein äußerst interessanter Brief

Bodo Schneider-Schrimpf
Taunusstraße 4
65474 Bischofsheim

An den VCD e.V.
– Bundesverband –
Rudi-Dutschke-Straße 9
10969 Berlin

VCD – Position zur Elektromobilität

Liebe Freunde,
VCD-Mitglied bin ich nun seit weit über 10 Jahren, die Stellungnahmen habe ich stets mit Interesse und meist auch Sympathie verfolgt, ebenso wie ich die fairkehr schätze – aber jetzt läuft da etwas so schief, dass ich mich dringend einmal zu Wort melden muss.

Es geht um die VCD-Position zur Auto-Elektromobilität, die scheint mir in einigen Punkten dringend revisionsbedürftig, und ich frage mich, wie sehr die Argumente der Automobil-Lobby denn auch den VCD-lern Augen und Ohren verkleistert haben. Es gibt hier eine ganze Reihe von Argumentationsmustern, die in der aktuellen Auto-EMobilitätsdebatte geradezu gebetsmühlenhaft wiederholt werden und sich auch in den VCD-Positionen wiederfinden, obwohl sie entweder nicht stimmen oder nur auf dem Hintergrund einer mangelnden Reflektion Sinn machen.

Eines muss ich dazu vorausschicken: Seit ca. 30 Jahren gibt es in Deutschland und der Schweiz eine Solarmobil-Szene, einen Ableger der Umweltbewegung ebenso wie VCD oder andere Umweltverbände. Die Idee dort: Individuelle Mobilität auf der Basis solarer Energie zu ermög lichen. Inzwischen sind dort diverse Fahrzeuge entstanden, durchweg E-Mobile, deren Konstruktion von dem Prinzip bestimmt ist, dass eine auf Solarenergie fußende Mobilität wegen der erforderlichen Energieeffizienz nur auf Basis von Ressourcenschonung möglich ist: Ein Solarmobil muss also vor allem klein und leicht sein, um nur so viel Energie zu verbrauchen, wie unbedingt erforderlich ist.

Diese Bemühungen gibt es nach wie vor, so existiert der Bundesverband solare Mobilität (bsm), der ein regelmäßig erscheinendes Magazin herausgibt (Solar + Mobil) und auch sonst sehr rege agiert, insbesondere durch seinen Vorsitzenden Thomic Ruschmeier (s. http://www.bsm-ev.de ). Dieser Verband dürfte wohl gerade
erst vom VCD entdeckt worden sein, wie die aktuelle Auto-Umweltliste erkennen lässt, von Greenpeace etwa wird er wohl noch gar nicht wahrgenommen, das sich ja in Sachen E-Autos ähnlich wie der VCD positioniert. Das heißt nun aber nicht, dass der VCD sich beim bsm etwas „abgeguckt“ hätte – im Wesentlichen scheint man bei VCD und Greenpeace D nur auf die Vertreter der großen Automobilkonzerne und die von diesen ausgehaltenen Medien zu hören.

Ergebnisse der Solarmobil-Bemühungen sind nicht nur Experimentierfahrzeuge oder Prototypen, sondern mittlerweile schon mehrere Serien-Fahrzeuge, darunter das TWIKE oder das City-EL, die aber von VCD (und auch Greenpeace) als „Nischen-“ oder „Spartenfahrzeuge“ abgetan werden. Diese Fahrzeuge haben durchweg Elektroantrieb – und das mit gutem Grund, denn der E-Antrieb ist nicht nur derjenige, der solar erzeugten Strom direkt verwendet, sondern er ist dem Verbrennungsmotor auch einfach von der Physik her um Längen voraus, was die Energieeffizienz angeht:

Er setzt die eingesetzte Energie fast vollständig in Vortrieb um und nicht nur maximal 20 – 30 % davon wie der Verbrennungsmotor, der den Rest der Energie im Kraftstoff absolut unvermeidbar in Wärme umsetzt und damit nutzlos verpuffen lässt.

Da sind wir nun schon an einem Punkt, der mir sehr komisch vorkommt: Alle ökologisch Denkenden sind sich darin einig, dass die aktuelle Automobilität enorm ressourcenfressend ist und dabei massenhaft unnütz Energie verschwendet.

Greenpeace hat daher vor über 10 Jahren das Exempel statuiert und den SMILE auf die Beine gestellt, einen Serien-Renault, dem man mit nur leichten Modifikationen das Saufen gründlich abgewöhnt hat. Damals dachte man, es geht also doch, und wenn Greenpeace sowas auf die Beine stellen kann, dann kann die Automobilindustrie mit ihren Tausenden superschlauer Ingenieure das ja wohl nicht auf sich sitzen lassen und wird da bald nachziehen. Typischer Fall von Denkste:

Automobilindustrie und -Medien winkten ab und ließen das Ganze einfach links liegen, damit es schnellstmöglich in Vergessenheit geriet, zugleich fuhren sie fort, immer größere, stärkere und schnellere Autos zu bauen und propagieren. Inzwischen fahren massenhaft VANs und SUVs über die Straßen der Welt, die nicht nur absolut unsinnig Ressourcen, insbesondere Energie verpulvern, sondern einem zu allem Überfluss in den Städten auch noch jede Sicht verstellen – eine echte Pest, die von umweltverträglicher Mobilität weiter entfernt ist als je zuvor. Und alles das passiert nicht nur in Zeiten des Klimawandels, sondern auch der Annäherung oder Überschreitung von „Peak Oil“, wo die Ölförderung tendenziell kaum noch zu, sondern eher abnehmen wird, derweil die Nachfrage aus boomenden „Schwellenländern“ wie China und Indien stark zunimmt. Um die permanenten Appelle der Umweltverbände, doch bitte kleine, leichte und verbrauchsarme Autos zu bauen, schert sich mittlerweile kein Schwanz mehr, statt Intelligenz ist da nur noch „Emotion“ gefragt, und ökologisch verträgliche Fahrzeuge werden als „Müsli-Autos“ diffamiert und sind da geradezu ein Horrorbegriff für die Herrschaften in den Konzernen und Medien.

Und nun geht’s der Bundesregierung um die massenhafte Einführung der Elektro-Autos: Entgegen der Darstellung in den VCD-Internetseiten ist es aber doch keineswegs so, dass die Automobilfirmen dies verlangen oder gar fördern würden, die deutschen Firmen jedenfalls halten sich da deutlich bedeckt, es werden zwar (trotz blendender Gewinne) Millionen-Subventionen gefordert und auch gerne kassiert, die Entwicklung von Fahrzeugen zeigt dagegen kaum Fortschritte.

Offensichtlich ist man in erster Linie daran interessiert, die bisherigen Fahrzeuge noch so lange wie möglich zu verkaufen, ohne allzu viel zu verändern! Ehrliches Interesse an E-Mobilen ist da kaum zu entdecken (außer bei Opel/GM, dazu aber unten mehr). Und wenn man lesen muss, dass Siemens als Partner für die Entwicklung von EAutos nur Volvo (inzwischen in chinesischer Hand) gefunden hat, dann fragt man sich, warum sich denn von den diversen deutschen Automobilfirmen keiner als Partner für diesen Riesen-Fundus an Elektro-Kompetenz gefunden hat – sollte das eventuell aus schierem Desinteresse geschehen sein?

Was mich nur wundert: Da gibt es hierzulande inzwischen eine ganze Klasse von Leichtfahrzeugen, die den Forderungen der Umweltverbände eigentlich voll entsprechen, klein, leicht und verbrauchsarm sind und zudem elektrisch angetrieben werden, also einen Antrieb haben, der nicht nur die vom Verbrennungsmotor unerreichbare Effizienz aufweist, sondern auch vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden kann – nicht nur TWIKE und City-EL zählen dazu, sondern inzwischen gibt’s mit Tazzari Zero, Startlab und SAM EV noch diverse weitere Vertreter, in Norwegen läuft sogar schon die Serienproduktion des THINK mit größeren Stückzahlen. Statt aber diese Fahrzeuge, die ja ökologischen Ideen weitgehend entsprechen, zu propagieren, werden sie als „Nischenfahrzeuge“ abgetan und links liegen gelassen, stattdessen befasst man sich lieber mit den Vorserienfahrzeugen der Industrie, die allenfalls versuchen, die bisherigen Monster-Mobile 1:1 auf Elektroantrieb umzusetzen – oder am allerliebsten erst mal nur auf Hybridantrieb setzen.

Warum versucht man denn da nicht, die real existierenden „Ökomobile“ als Stachel im Fleisch der Automobilindustrie einzusetzen, als lebendiges Beispiel dafür, dass umwelt-, ressourcen- und energieschonende Fahrzeuge tatsächlich möglich sind und schon heute gekauft und verwendet werden können?

Nun, die Argumente, die da von der „herrschenden Meinung“ in Automobilindustrie und Medien gegen die E-Mobile gestreut werden, klingen merkwürdig ähnlich dem, was der VCD dazu verbreitet:

E-Autos eigneten sich nicht als Familienautos, schreibt der VCD – da bin ich jetzt aber wirklich überrascht, dass sich ausgerechnet der VCD als Hüter der guten alten Tradition des „Familienautos“ aufspielt: Bislang war ich doch eher der Auffassung, dieser Verband kümmere sich um eine umweltverträgliche Gestaltung der Mobilität -dass dazu nun das „Familienauto“ als schützenswertes Natur- oder Kulturgut gehören sollte, würde mich doch sehr wundern!

Ausgerechnet dieses Fahrzeug, das in der „fairkehr“ auch schon mal als „Rennreiselimousine“ bezeichnet wurde (ich würde es eher einen Rennreisepanzer nennen), ist doch einer der Knackpunkte unserer heutigen Mobilität: Alle Welt fährt in unangemessen großen, unangemessen schweren und absolut übermotorisierten Vehikeln durch die Gegend, gefragt ist nur das Auto, das auf der Autobahn bei Hochgeschwindigkeit mithält, dabei eine möglichst hohe „passive Sicherheit“ aufweist, am besten 6 – 7 Leute transportieren kann, ebenso wie es für einen Umzug gut sein muss – und dann fährt doch meistens nur ein Mensch damit im Stadtverkehr herum und schleppt unsinnige Masse mit sich herum. Verschwendung par Excellence, aber egal, Hauptsache „Familienauto“?!

Warum muss das passende Auto für den Mann oder die Frau immer von dem aus bestimmt werden, was maximal anfallen kann, statt danach, wofür es in aller Regel benötigt wird? In aller Regel werden unsere Autos eben gerade nicht für schnelle, weite Fahrten auf der Autobahn oder Transporte genutzt, sondern für kurze Strecken in der Stadt oder Region, kaum ein Auto fährt am Tag weiter als 80-100 km. Wenn ein Mensch, der seinen PKW in aller Regel so nutzt, ein dafür geeignetes Auto hätte – und dafür bietet sich ja nun durchaus ein Leichtelektromobil an – dann könnte er, wenn er denn einmal weitere Strecken fahren will, entweder öffentliche Verkehrsmittel (Bahn) benutzen (was dem VCD ja nun sehr sympathisch sein sollte) oder sich ein Verbrenner- oder Hybridfahrzeug dafür mieten oder auch car-sharen. Im Sinne eines sinnvollen Zusammenspiels der verschiedenen Verkehrsträger sind solche Leichtfahrzeuge also durchaus sinnvolle Verkehrsmittel, viel sinnvoller als die derzeitigen PKW, auch in Hybridform.

Und warum muss immer eine Fahrzeug-Bauart gleich für alle Anforderungen gut sein ? Wer als Vertreter mehrere hundert km am Tag fahren muss, der mag ja ein Hybridfahrzeug benutzen, wer dagegen 30 oder 40 km zur Arbeit fährt, der ist doch mit einem Leichtelektromobil besser bedient. Da spielt das gebetsmühlenhaft gegen die E-Autos vorgebrachte Reichweitenargument eben keine wirkliche Rolle! Und die noch fehlende Infrastruktur ist da auch wirklich ein wenig zugkräftiges Argument:

Strom ist doch nun fast überall vorhanden, man muss eben nur ein paar Steckdosen mehr anbringen. Meist kann man das Fahrzeug zuhause ohne größere Probleme über Nacht an die Steckdose hängen, und wenn damit für den nächsten Tag 100 oder 150 km „geladen“ sind, reicht das doch für die allermeisten Verkehrsbedürfnisse vollkommen. Am Arbeitsplatz oder in Parkhäusern wird das Anbringen von Steckdosen nun auch kein wirkliches Problem sein. Und wenn es doch mal nicht ganz reicht und man einmal etwas nachtanken muss – so schnell wie momentan die Stromtankstellen aus dem Boden schießen, obwohl es noch kaum E-Autos gibt, da kann es nicht lange dauern, bis ein dichtes Netz existiert, das alle Wünsche erfüllt.

Das „Infrastrukturproblem“ ist also – genau betrachtet – gar keines, vielmehr ist das einfach eine falsche Fortsetzung „alten Denkens“ aus der Zeit des Benzinautos, das nun halt seinen Treibstoff nur an der Tankstelle bekommt, in die E-Mobil-Zeit – aber da gilt nun halt, dass etwas Anderes eben in mancher Hinsicht anders ist und man nicht alles 1 : 1 darauf übertragen kann; dazu gehört dann eben auch, dass der Strom für die Fortbewegung nur noch Cents kostet und nicht -zig Euros wie bisher, dafür braucht man eben ab und zu neue (teure) Akkus.

Von daher halte ich die Auffassung des VCD, E-Autos sollten erst einmal in Flotten (Mietwagen, Car Sharing) erprobt werden, und für den Durchschnittsautofahrer seien Hybridfahrzeuge zu empfehlen, für geradezu krass falsch, denn in Wahrheit wird doch umgekehrt ein Schuh draus: Privatnutzer, denen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder Pedelec nicht hinreichend gedient ist, sollten baldmöglichst auf Leichtelektromobile umsteigen, und in die Flotten gehören die Fahrzeuge „für besondere Anlässe“, also Hybridautos oder „Vollverbrenner“ für die Leute, die nicht mit der Bahn in Urlaub oder sonstige weitere Strecken fahren wollen oder größere Transporte vorhaben.

Und dann die Empfehlung des VCD für Hybridfahrzeuge: Die kann man doch schon deswegen nicht guten Gewissens empfehlen, weil ein jetzt neu gekauftes Auto gewiss 10 Jahre lang fährt, und in dieser Zeit wird es unvermindert Benzin verbrennen und CO2 erzeugen. Das E-Auto hingegen produziert mit der zunehmenden Umstellung der Energieerzeugung auf Erneuerbare Energien bei gleichem Stromverbrauch in der gleichen Zeit immer weniger CO2, auch wenn man den Durchschnittsstrommix zugrunde legt.

Nicht verständlich ist mir dabei auch die ständige Schlechtrechnerei der E-Autos beim CO2-Ausstoß: Wolfgang Lohbeck von Greenpeace ist da ja der Vorturner in der falschen Zahlenspielerei: Wenn ein E-Auto zwischen 10 und 20 kWh/ 100km benötigt, dann sind das nach dem Normal-Strommix (gut 500g CO2/kWh laut UBA) zwischen 50 und 100 g CO2 / km, ein außerordentlich beachtlicher Wert (wenn der Stromfahrer nicht ohnehin Ökostrom fährt wie jedenfalls alle E-Mobil-Fahrer, die ich so kenne). Und da ist Lohbeck ja nun schon im Greenpeace-Blog schwer unter Beschuss geraten und auch eindeutig widerlegt worden – offenbar ist er aber „der“ Platzhirsch in Sachen Auto bei Greenpeace, so dass das an deren Position nichts ändert.

Ganz daneben liegt meines Erachtens das Argument von VCD und Greenpeace, dass derzeit schon verfügbare Dieselfahrzeuge doch ähnlich geringe CO2-Emissionen aufwiesen wie aktuelle E-Fahrzeuge: Im Leichtelektromobilsektor trifft dies gewiss nicht zu, und ausgerechnet Dieselfahrzeuge zu propagieren halte ich für einen Umweltverband angesichts des Rußpartikelproblems (gerade die kleinen Diesel haben eben meist keinen Partikelfilter!), der Stickoxide und insbesondere von deren Lärmentwicklung für ein absolutes Unding (von dem negativen Einfluss auf Gletscher- und Poleis ganz abgesehen), was alles beim E-Mobil weitgehend vermieden wird.

Auch wenn man schaut, was denn derzeit für Fahrzeuge auf den Straßen rollen, wird doch deutlich, dass die kleinen, so verbrauchsgünstigen Diesel da nur einen kleinen Bruchteil ausmachen, ansonsten gilt doch die Devise: Je größer, breiter, höher, schwerer und stärker, desto besser, desto her damit !

Geradezu schlimm finde ich dann auch die Verharmlosung des Verkehrslärms durch die VCD-Position: Da wird so getan, als sei der Lärm bei PKW eigentlich kaum noch ein Problem – eine böse Schönfärberei, gerade die propagierten Diesel-Nagler haben in Sachen Lärm noch ganz ordentlich was zu bieten, und ich kann dem VCD Bundesvorstand nur einmal anraten, sich einmal einer Vorbeifahrt von 20 „normalen“ PKW (verkehrsanteilig 50% Diesel) und dann von 20 Elektrofahrzeugen bei Tempo 30 und Tempo 50 auszusetzen – da liegen Welten dazwischen, für die ein nächtlich Verlehrslärmgeplagter sicherlich allerhand zu geben bereit wäre!

Schließlich das Preisargument: E-Fahrzeuge sind und bleiben auf absehbare Zeit teuer. Punktum. Nun, irgendwie fragt sich aber keiner, warum denn ein Auto, das sonst für um die 10.000 Euro verkauft würde, mit einem an sich viel einfacheren Antrieb (ein E-Antrieb hat nur einen Bruchteil der Komponenten des Verbrenners) ausgestattet plötzlich weit über 30.000 Euro kosten muss (Mitsubishi i-MIEV, Peugeot iON oder Citroen C-Zero) – gut, die Akkus sind erst einmal teuer, aber da sind so um die 10.000 Euro je Batteriesatz in Rede, also klafft da noch eine Differenz von weit über 10.000 Euro zu den jetzt aufgerufenen Preisen: Kommt denn da gar keiner außer mir auf die Idee, dass das auch ein Super-Geschäftsmodell für die Autoindustrie ist, wenn da ein ganz neuer Fahrzeugtyp auf die Straße gestellt wird, der von allen Seiten als zukunftsweisend gepriesen wird – und da soll nicht ein satter Aufschlag für den Hersteller drin sein, wenn er sowas an die Avantgardisten verkauft, die es sich auch gerne ein paar Euro mehr kosten lassen, zu den Pionieren einer solchen Zukunftsmobilität zu gehören ?

Komisch dabei auch: Einen Tazzari Zero bekommt man schon für 16.000 Euro, ebenso wie einen SAM-EV, das TWIKE ist da als Lifestyle-Fahrzeug noch etwas teurer, aber das sind doch alles praktisch handgefertigte Autos, die doch eigentlich viiiiiel teurer sein müssten als die Großserienautos der Industrie ?!

Und wenn ich mir dann auch noch die Hybridfahrzeuge aus deutscher Produktion ansehe, kann ich im Hinblick auf die Empfehlung des VCD nur noch den Kopf schütteln: Da wird doch mit dieser Technik allenfalls versucht, den ganz großen Säufern etwas Zügel anzulegen, statt in breite Fahrzeugsegmente vorzustoßen:
Porsche Cayenne, VW Touareg oder Mercedes S 400, die deutschen Fahrzeuge, es als Hybride gibt, sind gewiss keine Beispiele für Fahrzeuge, die man auch nur im Entferntesten als umweltverträglich bezeichnen könnte.

Selbst wenn man sich die vielgepriesenen und in der Auto-Umweltliste meistdekorierten japanischen Hybride näher ansieht, stellt man fest: Da sind doch alles Überschwergewichte ! Da kommt keiner unter 1250 kg Fahrzeugmasse daher, in der Regel sind anderthalb Tonnen Leergewicht angesagt – da schlägt sich halt nieder, dass die Fahrzeuge eigentlich zwei Antriebe haben. Und das dürfte auch deren CO2-Bilanz massiv trüben, denn die E-Autos benötigen schon viel an Kupfer, dessen Herstellung mit hohem CO2 – Aufwand verbunden ist – ob es dann tatsächlich Sinn macht, dies auch noch mit einem Verbrennungsmotor zu kombinieren, halte ich für sehr zweifelhaft.

Und die Konzerne versuchen – selbst wenn sie denn die von der Bundesregierung propagierten E-Autos bauen – nur, ihren Größenwahn weiter zu betreiben: Der neue Opel Ampera muss natürlich gleich mit 150 PS daher kommen – dies, obwohl der Elektromotor von seinem Durchzugsvermögen her dem Verbrenner ohnehin weit überlegen ist, so dass eigentlich eine deutlich geringere Motorisierung als bei diesem möglich wäre. Dafür muss er dann auch mit einem Leergewicht von 1,7 Tonnen daherkommen, zuladen darf man nur noch 270 kg, und als „Range Extender“ muss er einen 70 PS-Dieselmotor mit sich schleppen, der das Auto schon alleine sehr flott bewegen könnte. Alles in allem ein ziemlicher Unfug, aber eben ganz auf der bisherigen Entwicklungslinie.
Schließlich bestehen auch an anderer Stelle als der PKW-Flotte noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten durch Elektromobilität: Im Zweiradsektor propagiert der VCD ja schon die E-Fahrräder/ Pedelecs, hier sollte aber auch im Hinblick auf die beträchtliche Geräusch- und Abgasbelästigung bei Rollern, Mofas, Mopeds und Motorrädern ein Umstieg auf Elektroantrieb vorangetrieben werden, Reichweite spielt hier ohnehin keine große Rolle und hier würde das eine beträchtliche Entlastung bringen; diese Fahrzeuge werden z.B. in China schon fast ausschließlich elektrisch betrieben.

Und auch im Nutzfahrzeugsektor bestehen große Möglichkeiten: Die unzähligen Paketfahrzeuge, die Tag für Tag für DHL, UPS und Konsorten unterwegs sind, legen auch in der Regel nur geringe tägliche Strecken zurück und wären daher gut zur Elektrifizierung geeignet, ebenso wie Stückgut-LKW, die ihre Fracht regional ausliefern. Gerade hier könnten massive Geräusch- und Abgasemissionen vermieden werden. In England gibt es eine Menge E-Fahrzeuge im Auslieferungsverkehr (Milchauslieferung), an die hier angeknüpft werden könnte.

Als Resumee ist festzuhalten, dass ein Umstieg auf kleine, leichte und angemessen motorisierte Fahrzeuge, insbesondere Leichtelektromobile, erhebliche Vorzüge gegenüber der derzeitigen Fahrzeugflotte hätte: Gewaltige Verminderung von Energieverbrauch und CO2-Erzeugung ebenso wie des Ressourcenverbrauchs für die Fahrzeugproduktion, weniger Parkflächenbedarf, erheblich weniger Verkehrslärm.

Schon der Ersatz von 20 oder 30 % herkömmlicher PKW durch Leichtelektromobile würde uns hinsichtlich Co2- und sonstigem Schadstoffausstoß, Lärmbelästigung und Platzbedarf um vieles voranbringen, ohne dass jemand auf Wesentliches verzichten müsste. Viele würden im Gegenteil gewinnen – die Begeisterung, die ich in meinen 6 Jahren TWIKE-Fahren schon erlebt habe, lässt mich einfach nicht glauben, dass kleine, pfiffige Fahrzeuge mit Elektroantrieb beim Verbraucher keine Chance hätten, man muss sie ihm nur zu vertretbaren Preisen geben, dann nimmt er sie mit Kusshand.

Und dass so etwas wirklich alltagstauglich ist, was ich zugegebenermaßen anfangs selbst etwas bezweifelt habe, haben mir die sechs Jahre im TWIKE wirklich bewiesen.

Daher hat mir auch die E-Mobil-Liste in der neuen Auto-Umweltliste beinahe den Atem verschlagen: Dass da fast nur die Fahrzeuge die Autokonzerne vertreten sind, ist schon ein Unding, dazu aber dann als einziges Leichtelektromobil ausgerechnet den ältesten Vertreter dieser Klasse, das CityEL, zu setzen, das ist dann schon beschämend – zumal diesem Fahrzeug auch noch ein unfassbarer CO2-Wert von 28 – 55 g/km angedichtet wird – nach der o.g. UBA-Angabe dürften es für die von euch genannten 3 – 5 kWh/100km Stromverbrauch eigentlich nicht mehr als 25 g sein.

Ich spreche mit keinem Wort dagegen, dass die Verbrauchsminderung bei Verbrennungsmotorfahrzeugen derzeit an erster Stelle der CO2-Minderungsbemühungen im Verkehr stehen muss, aber perspektivisch werden schon bald Elektro-Fahrzeuge (einschließlich Bahnen) im Fokus des Verkehrsgeschehens stehen, und wenn man am Beispiel Leicht-E-Mobil der Auto-Zunft zeigen kann, wo’s lang zu gehen hat, dann kann das nur helfen und dann muss man das auch tun und den hiesigen Autobauern dieses Modell unter die Nase reiben und es auch in der Öffentlichkeit vorstellen, statt zusammen mit der „herrschenden Meinung“ in das Skepsis- und Lamento-Horn zu stoßen. Die abwehrende Haltung des VCD gegen Elektroautos scheint mir falsch und sogar irgendwo leicht verbohrt, wobei mir die Gründe für die Abwehr nicht recht nachvollziehbar erscheinen, wenn es nicht der enge Kontakt mit und eine gewisse Eingliederung in die Automobilwirtschaft ist, die mit „unseren Ökos“ vielleicht mittlerweile ganz gut leben gelernt hat – da muss man sich dann halt auch mal trauen, wieder mal was aufzumischen!

So, das ist ja jetzt eine ziemlich lange Litanei geworden, Danke der/m, di/er’s geschafft hat, sich durchzubeißen, aber die Sachlage ist hier halt nicht ganz einfach und deswegen musste ich eben auch etwas weiter ausholen. Es würde ich mich freuen, wenn meine Argumente auf einen fruchtbaren Boden fielen und nicht nur die nächste Auto-Umweltliste eine wirklich vollständige E-Auto-Liste beinhaltet, sondern ab und zu auch einmal ein Bericht über das eine oder andere E-Ökomobil in der fairkehr erscheint !

Sonnige Grüße

Bodo Schneider-Schrimpf