FAHRER FÜR ELEKTROFAHRZEUG TWIKE GESUCHT

Die TWIKEs sind mittlerweile in Marokko angekommen, jedoch verspätet. Damit der Fahrer des zweiten TWIKEs seinen Flug ab Agadir noch rechtzeitig bekommt mussten wir leider die beiden TWIKEs in Tanger stehen lassen und den Nachtzug nehmen.

Es wird somit ein Fahrer gesucht, der das zweite TWIKE entweder von Tanger nach Agadir  (800km Küste) bzw. von Casablanca nach Agadir (500km) fährt. Da einiges an Gepäck per Zug mitging, wäre auch Platz für eine zweite Person. Ab Tanger ist es eine 5-Tagesfahrt, ab Casablanca eine 3-Tagesfahrt.

Der einzige Haken an der Geschichte.  Batteriebedingt ab sofort! Günstige Flüge sind nach Casablanca erhältlich (ab 50 Euro).

Bei Interesse mitte melden unter marokko@twike.com

Vielen Dank für die zahlreichen Anfragen. Die TWIKEs werden nun bereits morgen wieder die Fahrt aufnehmen können.

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24.07.2013: Tag 10: Fuengirola – Tanger: 280km

Fuengirola - Tanger: 280km

Fuengirola – Tanger: 280km

Was für eine Nacht. Mit fast leerem Tank kommen wir mitten in der Nacht an einem Campingplatz an. Leider kann uns der Wächter keinen Einlass geben, was somit auch bedeutet, dass wir keine Stromquelle für die TWIKEs haben. Müde wie wir sind stellen wir unsere Zelte direkt vor dem Campingplatz auf. Um 7 Uhr heißt es, dürfen wir offiziell eingelassen werden. Der Wecker wird gestellt. Bis mittags würden wir es somit definitiv nicht auf die Fähre schaffen, es fehlt uns ja die Nachtladung. Es wird mal wieder alles sehr knapp werden. Fest steht jedenfalls, dass wir abends um 21 Uhr in Tanger den Zug nach Marrakech bekommen müssen. Unsere Fähre geht nach Tanger Med, sprich es sind immer noch über 40km in Marokko zu fahren. Der Plan ist die Fahrzeuge am Flughafen in Tanger abzustellen und mit dem Taxi zum Bahnhof zu fahren. Der Flughafen ist das einzige Gelände welches mir spontan einfiel, wo ich die TWIKEs unbeaufsichtigt einige Tage stehen lassen würde. Wenn das alles klappt, würden wir mit dem Nachtzug am nächsten Morgen in Marrakech ankommen und 3h später in Agadir sein.

7 Uhr. Der Wecker klingelt. Schlaftrunken bauen wir die Zelte ab und stellen uns vor die Schranke zum Campingplatz. Aha, es gab in der Nacht ein Wächterwechsel. Da will mir die Ablöse doch klar machen, dass der Einlass erst um 8 stattfinden könnte. Argh, immer mit der Ruhe, doch es hilft nichts…ich merke, dass meine Kräfte unter dem Zeitdruck unter dem wir stehen nachließen. Ich kann noch so oft erklären, dass wir mittags eine Fähre nehmen müssen und es nicht schaffen würden. Nein, auch in Spanien gelten anscheinende Bestimmungen…Um 8 können wir reinfahren. TWIKEs angeschlossen. Es hieße 16A wären möglich, aber natürlich zack, die Sicherung raus….Nun, die Fähre mittags rückt immer weiter in die Ferne. Mein TWIKE ist richtig leer, wir laden es alleine mit 8 A. Wie es der Zufall will, kommt ein interessierter Niederländer auf uns zu, erkundigt sich über unser Problem und lacht leicht auf. Wir wären wohl nachts direkt an einer neuen Renault Schnellladestation vorbeigefahren. Das gibt es ja wohl nicht. Er ist sofort bereit mit meinem Begleiter und dem zweiten TWIKE dorthin zufahren. Vielleicht wird es ja doch noch etwas mit der Fähre…ich schlafe erst mal neben meinem TWIKE ein…

Ein Anruf. Bei Renault bräuchte man einen Extraladestecker, den wir nicht dabei haben. Argh. Jedoch kannder Chef nach vielem Zureden überredet werden, das TWIKE in eine normale Haushaltssteckdose einzustecken. Na immerhin, das zweite TWIKE ist also auch am Laden.

Erst mittags kommen wir los. Am Morgen will der Platzwächter tatsächlich mir noch die volle Summe von fast 20 Euro abkassieren, doch jetzt winkt er mich einfach nur durch. Ob es vielleicht doch noch ein gelungener Tag werden wird?

Das nächste Hindernis ist das Fährticket. Als welches Transportmittel wird ein TWIKE eingestuft? 30km vor Algeciras kaufen wir bereits die Tickets. Es gibt die Wahl zwischen Motorrad und Auto, das Auto kostet jedoch fast 3 Mal so viel wie ein Motorrad. Bei meiner ersten Fahrt mit dem TWIKE vor über einem Jahr musste ich in den sauren Apfel beißen und ein Autoticket lösen, auf der Rückfahrt vor einem halben Jahr durfte es sogar als Fahrrad durch…wir haben Glück, die TWIKEs werden als Motorräder durchgewunken.

Beim Ticketschalter

Beim Ticketschalter

Der Tag scheint definitiv auf unserer Seite zu stehen, aber noch sitzen wir nicht im Zug.

Mein Fahrzeug ist nicht vollgeladen und somit wird es gegen Ende noch einmal knapp und ich fahre die letzten Kilometer mit 20km/h stark pedalierend. Aber was ist das denn? Marokko lässt grüßen. Viele Marokkaner überholen uns auf dem Weg zur Fähre mit ihrem Fahrzeug und sind ganz aus dem Häuschen über unser TWIKE Maroc Projekt. Es folgt ein freudiges Hupkonzert nur für uns und ich fühle mich wieder ganz wie in Marokko.

Wir sind der Mittelpunkt. Sei es beim Anstehen an der Fähre als auch auf der Fähre.

Ich brauche dringend Strom. Wir haben keine Zeit zu verlieren, da wir erst gegen 16 Uhr in Marokko eintreffen werden. Außerdem hätte ich es auf marokkanischer Seite mit meinem Unterstrom wahrscheinlich noch nicht mal aus dem Hafen rausgeschafft. Wir setzen auf der Fähre unseren Steckdosenblick auf. Wir finden Steckdosen, zu denen wir aber kein Adapter hatten. Verzweiflung kommt auf. Dann erinnere ich mich jedoch, dass ich bei meiner ersten Fahrt ebenfalls auf der Fähre geladen hatte und zwar gab es eine Steckdose beim Treppenaufstieg. Und siehe da, es ist hier ebenso. Ich suche mir einen nettaussehenden Angestellten aus, spreche ihn mit meinem besten Spanisch an und siehe da, ich darf mein Verlängerungskabel legen….auch das wäre gelöst.

Ich brauch eine Pause, und ja was haben wir denn da, eine Fähre mit Pool. WOW.

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Und es kommt noch besser. Es ist in Marokko der Ramadan eingebrochen. Ein Marokkaner spricht mich an und schenkt mir seine Essenstickets, welche ihm als Chauffeur zustehen. Sprachlos. Wir lassen es es uns verdient gut gehen bei einem Dreigängemenü.

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Mit etwas mehr Kraft kamen wir in Marokko an.

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Und das Krafttanken ist gut, schließlich müssen wir jetzt noch den marokkanischen Zoll passieren. Es ist heiß, 16 Uhr, die Zollbeamten dürften Hunger und  Durst haben…wir kommen dran.

Fragende Blicke über unsere Dokumente. Schließlich fahren wir die zwei TWIKEs mit offiziellen Dokumenten der Handelskammer ein. Wo denn unsere Produkte wären? Es sind die Fahrzeuge selber. Ungläubige Blicke, der Chef war nicht da…wir sollten doch warten. Wir warten, doch niemand in Sichtweite…wir werden unseren Zug verpassen, so geht es nicht, wir müssen los. Sie stempeln schließlich unsere Pässe ab, genau das falsche, schließlich sollen ja die Fahrzeuge nicht in den Pässen stehen…ok, wir regeln den Rest dann in Agadir am Zoll. Erstmals schnell um den Nachtzug nicht zu verpassen. Wir entschließen uns den weiteren Weg in die Innenstadt über die Autobahn zu nehmen. Eine weise Entscheidung. Bei den vielen Tieren auf der Straße wären wir nie ans Ziel gekommen. Eine weitere Strecke bedeutet aber nochmals anhalten um zu Laden. Zeitverlust. Argh. Auf Marokko kann man sich größtenteils verlassen. Es kommt nur sehr selten vor, dass man an einer Tankstelle zum Stromtanken abgewiesen wird. Wir setzen auf Risiko. Wir mussen an dieser Autobahnraststätte tanken und wir hatten Glück.

Wieder auf Risiko. In 1.5h würde unser Zug fahren. Wir sind noch 30km entfernt vom Flughafen. Dann muss noch ein Taxi gefunden werden und die 10km in die Stadt gefahren werden. Das kann dauern in Marokko. Argh. Mit 330V kommen wir am Flughafen an. Noch 30Minuten bevor der Zug losfährt. Schon beim Reinfahren auf die Parkplätze spreche ich durch das Fenster einen Taxifahrer an. Er kommt uns hinterhergefahren, so dass das Umsteigen schnell geliegt. Ich machte mir jedoch sorgen um die zwei TWIKEs. Mehr als drei Tage sollte ich sie nicht stehen lassen, sie würden noch mehr Strom verlieren und in Unterbatterie geraten. Egal, darüber zerbreche ich mir später den Kopf.

Noch 10 Minuten. Ankunft am Bahnhof. Anstehen am Schalter. Noch 5 Minuten. Ich habe unsere Tickets für den Schlafwagen in der  Hand. Uff. Was für ein Tag, was für eine Reise. Reflektiert dieser Tag doch die meisten unserer bisherigen Tage.

Was kann jetzt noch schiefgehen? Wir werden in unseren Schlafwagon gebracht. Fast alle Abteile sind leer…aber wir werden in ein Abteil gebracht, das bereits durch eine weitere Person besetzt ist…na ja, dann sind wir halt zu dritt. Jedoch kommen nach und nach noch weitere Zweiergrüppchen, welche alle ein eigenes Viererabteil erhalten. Mmh, eigentlich sind wir ja in Marokko und da lässt sich so etwas bestimmt regeln. Schließlich gibt es noch weitere leere Viererabteile. Und ich sollte Recht behalten.

Das erste Mal Schlafwagen in Marokko. Auch interessant. Da ich jedoch in Deutschland noch nie ein Schlafwagen benutzt habe, fehlt mir der direkte Vergleich. Ich schlafe auf jeden Fall sehr gut, hätte aber nach diesem Tag und vor allem letzter Nacht sehr wahrscheinlich überall wie ein Stein geschlafen.

Fahrbilder

20.07.2013 Tag 6: Tàrrega-Tarragona- Alcanar: 207km

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Die Nacht im Hotel Carmen bot angenehme Abwechslung zu den Campingplatznächten.

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Jedoch vermisste ich das angenehme Zirpen und überhaupt stellte ich erneut fest, dass ich mehr der Campertyp bin. Die TWIKEs sind wohl der gleichen Meinung. Da wir sie nicht mitten in der Nacht an der einzigen Aussensteckdose umgesteckt hatten, zog sich unser Ladehalt bis mittags hin. Genug Zeit also zur Regeneration, soziale Netzwerke à la Internet zu pflegen als auch die Weiterfahrt zu organisieren. Ab Tàrrega bestand die Möglichkeit direkt nach Barcelona zu fahren oder aber die wenigen Kilometer nach Tarragona. So gerne wir mit den TWIKEs durch Spanien hindurchfahren wollten, so sehr bemerken wir, dass wir die einstig gedachten 500 Tageskilometer nicht einmal angehend geschafft hatten. Zusätzlich fühlten wir uns nach den 5 Tagen on the road doch ziemlich ausgelaugt. Schweren Herzens fassten wir die Entscheidung die Fähre für den morgigen Sonntag ab Barcelona zu buchen. Während ich mich mit dem Buchungsprozess der Fähre beschäftigte, hat mein Begleiter bereits seinen Flug ab Agadir für den kommenden Freitag gebucht. Jetzt sollte also eine gemütliche Fahrt nach Barcelona anstehen. Aber es kam mal wieder ganz anders…

Unentschlossenheit. Barcelona oder Tarragona?

Unentschlossenheit. Barcelona oder Tarragona?

Ich konnte die Fähre nicht buchen, ich kam zwar gerade noch in das Buchungstool rein, direkt danach wurde es aber geschlossen. Auf der einen Seite bin ich froh, denn ansonsten hätte ich wahrscheinlich gerade nur für eine Person und ein TWIKE noch buchen können, die zweite Person und das zweite TWIKE wären dann ausgeschlossen gewesen. Auf der anderen Seite hatten wir jetzt einen festen Rückflug aber kein Schiff. Ja, da ist Schicksal, wir sollen wohl wie gewünscht und herbeigesehnt durch Spanien fahren. Ende der Diskussion, los geht’s!

Die doppelspurige Strasse nach Tarragona ist sehr beliebt. Es hat den Anschein, als ob die gesamte Hinterlandbevölkerung das Wochenende am Strand verbringen wird. In Tarragona wählten wir aus diversen Campingplätzen nach gut Glück unsere nächste Lademöglichkeit aus: Camping Las Palmeras, http://www.laspalmeras.com.

Ein sehr angenehmer Familienbetrieb, wir durften sofort Laden. Allerdings funktionierte es nur mit 6 Amper pro Fahrzeug, so dass wir dementsprechend spät erst aufbrechen konnten. Es ist schon immer wieder interessant wieviele Campingplatzbetreiber nicht wissen wieviel Amper sie pro Steckdose freigeben können. Oftmals ist es für uns ein Selbstversuch. Zwar sind sämtliche Steckdosen auf 16 Amper ausgelegt…was jedoch nicht viel heissen mag. Auch hier fingen wir bei 10 Ampere an und arbeiteten uns auf 6 Ampere runter. Ungefähr 3 Mal ging die Sicherung raus. Das Gute daran war, dass wir es jedes Mal sofort mitbekamen, da sich die Camper über das fehlende Licht bei Tageslicht beschwerten. Ich freue mich sehr darauf, wenn eines Tages ein System erhältlich sein wird, welches mir sofort Bescheid sagt, wenn das TWIKE nicht mehr läd. Es ist ansonsten sehr ärgerlich nach einer Stunde zum TWIKE zurückzukommen um zu sehen, dass es bereits nach 10 Minuten aufgehört hat zu laden.

Es ging weiter. Eine Batteriereichweite sollten wir noch schaffen. An der Küste entlang ging es direkt zum Camping Estanyet nach Alcanar (www.estanyet.com). Ein vorzüglicher Campingplatz. Empfehlenswert! Es wurde sofort für uns ein 40m Kabel verlegt um Zugang zur 30 Ampere Stromquelle zu erhalten. Super, damit wären wir ruckzuck vollgeladen und könnten noch eine weitere Etappe fahren. Diese hätten wir auch notwendig, sollten wir doch ab jetzt einen Schnitt von 400km am Tag fahren um bis zum Freitag in Agadir anzukommen. Aber…die Sicherung flog…also doch normal mit 6 Ampere laden, sprich die Nacht hier verbringen.

19.07.2013: Tag 5: Sigean-Prades-Tàrraga: 293km

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Am frühen Morgen bemerkten wir was gestern Nacht in der Dämmerung nicht auf den ersten Blick ersichtlich war: Wir verbrachten tatsächlich die Nacht Zaun an Zaun an das afrikanischen Reservat.

„Im Süden Frankreichs, zwischen Narbonne und Perpignan im Bereich der Küstenseen (Étangs) gelegen, beherbergt die Réserve Africaine de Sigean über 3800 Tiere auf einer Fläche von etwa 300 Hektar. Als Park mit großen Tiergehegen konzipiert, bietet sie genügend Raum, um den Tieren ein nahezu „wildes“ Leben zu gestatten, wobei sie ihre natürlichen Verhaltensweisen beibehalten können.“

Afrikanisches Reservat Sigean

Afrikanisches Reservat Sigean

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http://www.reserveafricainesigean.fr/ Unbenannt2

Leider blieb keine Zeit für einen Besuch, wir hoffen diesen aber ein anderes Mal nachholen zu können.

Planänderung: Heute früh wäre unsere Fähre ab Barcelona gegangen. Da wir die Nacht nicht durchgefahren sind, haben wir somit unsere noch nicht gebuchte Fähre verpasst. Da die nächste Fähre erst am Sonntag ging, beschlossen wir uns beide Optionen offen zu lassen. Die Fähre zu nehmen oder aber auch bis Algeciras durchzufahren. Wir beide würden natürlich gerne durch Spanien fahren, sind uns aber sicher, dass es ohne Benutzung des Zusatzladers sehr schwierig sein wird in dem engen Zeitrahmen das Ziel Agadir zu erreichen. Wir beschlossen eine Abkürzung nach Tarragona über die Berge zu nehmen. Sollten wir uns doch für die Fähre entscheiden, könnten wir immer noch am Samstag die 90km von Tarragona nach Barcelona zurückfahren.

Unser nächster Halt vor dem Anstieg ist in Prades. Dieser Citroenhändler hat bestimmt den notwendigen Stecker, damit wir unseren Zusatzlader (Turbolader) anschliessen können.

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Ich stieg aus und fragte recht höflich. Doch eine barsche Antwort kam zurück, dass er dafür keine Zeit hätte. Mmh, ich bin ja einiges gewohnt, von nicht ausreichend Strom zur Verfügung haben bis hin zu dass die „Autoritätsperson“ nicht vor Ort ist. Aber keine Zeit haben um einen Stecker einzustecken? Da wir den Strom dringenst brauchten da laut Karte jetzt der Anstieg beginnt und weit und breit kein größerer Ort mehr kommt, gab ich nicht auf. Ich erklärte dem Zuständigen, dass er mir nur zeigen müsste in welchen Stecker ich einstecken könnte und dass ich auf gar keinen Fall seine wertvolle Zeit in Anspruch nehmen wolle…schlussendlich hatte ich Ihn soweit einfach ehrlich und direkt zu sein. Er wollte nicht.

Mmh, hier sind mehrere größere Einkaufsläden und ein McDo vorhanden. Beim McDo ist keine Aussensteckdose zu erkennen, die Einkaufsläden weisen Schiebetüren vor. Etwas ratlos fuhren wir herum bis wir auf die städtische Müllabfuhr trafen:

Super Jungs. Wir fanden alle benötigten Steckdosen und fügten in Gedanken städtische Müllabfuhren als mögliche Lademöglichkeit neben unseren typischen Lademöglichkeiten  Campingplätzen, Yachthäfen  und Autohäuser/Garagen hinzu. Danke nochmals!

Strombezüglich sind wir für den Aufstieg gewappnet. Los geht’s!

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Da kommt ein richtiges „Cross“ Fahrgefühl auf. Die Serpentinen schlängelten sich durch eine wunderbare Landschaft.

Der nächste Ladehalt ist eine Autowerkstatt, in der wir freundlicherweise einstecken durften:

  Jedoch war weit und breit kein Internet erhältlich und auch ansonsten fanden wir uns in der „Pampa“ wieder. Aber das war auch gut so. Endlich fanden wir die Zeit TWIKE AYA fertig zu bekleben:

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Das Resultat kann sich sehen lassen:

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Es geht weiter. Kurz kamen wir in einen ersten Regenschauer. Nachdem wir unsere Fenster hinuntergerollt hatten war der Spuk auch schon wieder vorbei. So wunderschön die Gegend auch war, Serpentinen kosten Zeit.

TWIKE AYA mit "Cross Look"

TWIKE AYA mit „Cross Look“

Es stellte sich heraus, dass wir es heute nicht mehr nach Tarragona schaffen würden. Auch würden wir kein Campingplatz mehr antreffen, so dass als Übernachtungsmöglichkeit zur Abwechslung dieses Mal nur noch ein Hotel in Frage kam. Die ersten Hotels sollten erst wieder in Tàrraga zum Vorschein kommen. 20km davor mussten wir jedoch unseren TWIKEs Nahrung zu kommen lassen. Während mein Begleiter Strom an der Dorftankstelle fand, stiess ich auf eine Gruppe internationaler Mechaniker, welche sich eine Werkstatt teilten. Wir verstanden uns alle gut und hatte mit dem TWIKE als auch dem Pedalo eine gute Zeit:-)

P1120560Kurz vor Mitternacht trafen wir endlich beim Hotel ein. Wir fanden jedoch nur eine Aussensteckdose vor, so dass theoretisch mitten in der Nacht die TWIKEs an der einzige Stromquelle umgesteckt werden müssten…praktisch wurde es vormittags…

18.07.2013: Tag 4: Laudun – Sète – Sigean: 225km

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Beim Aufstehen geht der erste Blick sofort zum Display der TWIKEs. Da wir immer über Nacht laden, besteht ein kleines Restrisiko, dass von uns unbemerkt die Sicherung rausspringen könnte. Bisher haben wir jedoch unsere zwei TWIKEs am nächsten Morgen immer schön gesättigt vorgefunden, auch heute.

Den Camping „Le César“ (www.campinglecesar.com) empfehlen wir weiter! Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen:

Unsere Reichweite ließ uns in Sète auf Steckdosensuche gehen. Wir steuerten zuerst den Hafen an. Es gibt einen großen Fährhafen, doch fanden wir auf Anhieb keine Steckdose.

Wir fuhren weiter auf Suche nach dem Yachthafen. Wir fanden ihn und die für uns notwendigen Steckdosen. Ich frage kurz beim Yachtmeister nach, und ohne das dieser einen Blick auf unsere Gefährte geworfen hat, genehmigte er mir diese zu benutzen….alles gut? Nein, denn leider konnten wir mit den TWIKEs auf Grund mangelnder Kabellänge die Stromquelle nicht erreichen…In der Zwischenzeit ist der Besitzer eines Surfladens auf uns aufmerksam geworden. Er ist begeistert von den zwei TWIKEs und bot uns sogleich seinen Strom an. Wir nahmen dankbar an, konnten erneut aber nur einfach und nicht mit unserem Zusatzlader laden.

Beim Laden im Surfshop

Beim Laden im Surfshop

In der Zwischenzeit suchten wir ein Café auf. Unsere Bedürfnisse nach Essen, Trinken und Internet sollten gestillt werden…das letztere gelang uns leider nicht. Und was sahen unsere Augen: Ideale Stromquellen direkt vor uns:

Stromsäulen so weit das Auge reicht

Stromsäulen so weit das Auge reicht

Das tat etwas weh, doch zeitlich hätte es sich nicht mehr rentiert unsere TWIKEs umzustecken. Hier hätten wir jedoch definitiv mit unserem Zusatzlader doppelt so schnell laden können…wir merken es uns für das nächste Mal.

Die heutige Übernachtung führt uns indirekt nach Afrika. Im Herzen des Weinbaugebietes Corbieres Maritimes, in unmittelbarer Nähe der afrikanischen Reserve und nur wenige Autominuten von den langen Sandstränden von Port-la-Nouvelle entfernt, befindet sich der Campingplatz Grange Neuve (http://www.campingsigean.com/).

Camping Grange Neuve

Leider fanden wir hier kein Rasen zum Zelten vor, jedoch die deutsche Community:-). Danke nochmals an unsere zwei Nachbarn für eure Matratze.

17.07.2013: Tag 3: Les Abrets- Rhonetal- Narbonne-Laudun: 230km

Bisher schafften wir es noch nie vor 9 aufzubrechen. Heute wurde es auch 9 Uhr morgens. Das Pedalieren macht sich allmählich in den Beinen bemerkbar, das Panorama des Rhonetals gleicht es wieder aus.

Bye Bye Camping

Bye Bye Camping

Erfrischende Nässe...wir kamen leider nicht dazu...

Erfrischende Nässe…wir kamen leider nicht dazu…

Eine wunderbare Fahrt entlang des Rhonetales fand statt. Gegen Mittag wurden wir durch die Industrievororte von Narbonne wieder von der Zivilisation eingeholt. Perfektes Timing dachten wir, da unsere Batterien wieder etwas Strom vertragen konnten. Wir fahren an den verschiedenen Autohäusern wie Fiat, Peugeot, Renault und Citroen vorbei und entschieden uns bei der Peugeot Werkstatt nach einer Lademöglichkeit nachzufragen. Aha, die Mittagspause steht an, keine Chance. Wieder etwas dazugelernt, was ich eigentlich von meiner ersten TWIKEfahrt nach Marokko hätte wissen müssen. In Frankreich als auch Spanien gibt es noch die „richtige“ Mittagspause. Da können sogar selbst große Discounter über Mittag für zwei Stunden geschlossen sein. Wir fuhren weiter, unsere Restkilometer gingen gegen 0 zu. Mein Begleiter fand eine Steckdose bei Carglass, jedoch nur für eine halbe Stunde. Ich entschloss mich für die gegenüberliegende Werkstatt. Durchgehend geöffnet! Sie baten uns sogar eine zweite Steckdose an, so dass TWIKE AYA anschließend ebenfalls hier geladen wurde. Ein sehr interessiertes Personal. Danke nochmals!

Wir hatten die Reise ladetechnisch sorgfältig geplant. 3500km in 10 Tagen sollten es werden. Es wurde ein Zusatzlader in die TWIKEs eingebaut, so dass es uns fortan möglich war, an 4 Steckdosen gleichzeitig zu laden. Super dachten wir, doch recht schnell fanden wir den Haken in der Geschichte…nur selten fanden wir in der Schweiz als auch jetzt in Frankreich vier verschiedene Stromkreisläufe. Wir können uns schließlich nicht mit 2 mal 16 Ampere an die gleiche Leitung hängen. Schade!

Wir bevorzugen weiterhin das Campingplatzhopping. Hier finden wir meist eine gute Strominfrastruktur, da jeder Wohnwagen mit Strom versorgt werden will. In der Schweiz konnten wir jedoch oftmals nur 10 Ampere Steckdosen, selbst mit CEE Stecker, vorfinden. Somit kommt unser Zusatzlader nur sehr selten  zum Vorschein.

Doch wir mussten bald herausfinden, dass selbst 10 Ampere nicht immer selbstverständlich sind an Campingplätzen. Auf dem nächsten angefahrenen Campingplatz durften wir erst mal gar nicht laden. Zu hoch war die Befürchtung, dass wir eine Rechnung von über 100 Euro hinterlassen würden. Ich rechnete unsere benötigten Kilowattstunden für zwei TWIKEs aus und kam auf  max. 15kw/h. Auf unsere Frage was eine Kilowattstunde kosten würde, kam nur die Antwort dass dies sehr teuer sei. Ich verwies darauf, dass Frankreich Atomstrom bezöge und dieser eigentlich relativ billig sein dürfte. Daraufhin bekam ich die Antwort, dass wir ja dann direkt bei der Zentrale einstecken könnten. Ich erfuhr später was er damit meinte.

Wir hatten 0 Restkilometer, so dass wir das nahegelegene Ibis Hotel ansteuerten. Der sehr nette Rezeptionist konnte uns eine Steckdose anbieten, so dass TWIKE ZORA nochmals auf Suche fuhr und in 500m ebenfalls eine nette Rezeptionistin vorfand, welche mit einer Steckdose aushelfen konnte.

Alsbald ging es weiter. Der nächste Campingplatz hatte nur 6 Ampere Steckdosen zu bieten. Seltsam, denn tatsächlich befinden wir uns direkt vor einem großen Atomkraftwerk:

Soviel Strom ganz nah...

Soviel Strom ganz nah…

Kurze Zeit später fanden wir nochmals einen sehr netten Campingplatz und verweilten hier einige Zeit direkt am Ufer der Rhone zum Laden. Die Zeit wurde gut genutzt um die versprochene Beklebung von TWIKE AYA anzugehen. Wir schafften es wenigstens eine Seite zu bekleben.

Eine wunderbare Gegend und Campingplätze schießen nur zu wie Pilze aus dem Boden. Für die Übernachtung entschieden wir uns für den „Hühnercampingplatz“ Camping Le César (www.campinglecesar.com). Super! Wir kamen etwas nach 22 Uhr an, was jedoch überhaupt kein Problem darstellen sollte. Es ist ein sehr familiärer Campingplatz mit sehr netten Besitzern. Wir bekamen noch eine warme Mahlzeit als auch Internet. Mich verwunderten die vielen Südamerikaner und bekam kurze Zeit später erklärt, dass diese als Gastarbeiter anstatt in Spanien jetzt von Frankreich angeworben wurden. Sie finden ihre Übernachtungsmöglichkeit während der Feldarbeitszeit hier auf dem Campingplatz. Ein toller Campingplatzbesitzer. Er baut alles selber an, züchtet Bienen, die Hühner laufen frei auf dem gesamten Platz herum, bei der Einfahrt grüßt der Esel….und beleuchtete Ladesäulen. Wir fühlen uns wohl!

Ladesäule bei Nacht

Ladesäule bei Nacht

 

16.07.2013: Tag 2: Neuchâtel – Morges – Geneve (Carouge) – Les Abrets: 250km

Wir wachen auf und finden zwei geladene TWIKEs vor. Super. Ein neuer TWIKEtag beginnt. Erster Halt war beim TCS Campingplatz in Morges (www. campingtcs.ch), direkt am Genfer See gelegen. Wir durften unsere zwei TWIKE laden und wurden wie zwei Kühlschränke abgerechnet. In der Zwischenzeit schafften wir es die Facebookbeklebung an TWIKE ZORA anzubringen.

Neue Beklebung von TWIKE ZORA

Neue Beklebung von TWIKE ZORA

TWIKE AYA erhält die TWIKE TO CROSS Beklebung…bei einem der nächsten Ladehalte…da bin ich ebenfalls gespannt…Da die Batterie nicht leer war, konnten wir alsbald aufbrechen. Nächster Halt ist BIKES2FOLD in Carouge, bei Genf. Der dortige TWIKE Händler Sulpiz wird mir mein erstes Brompton Faltrad aushändigen. Wir sind gut aber sehr verschwitzt angekommen und konnten auch sogleich unsere TWIKEs laden. Tatsächlich fand auch das Bromton noch seinen Platz im TWIKE.

TWIKE AYA plus Bromton

TWIKE AYA plus Bromton

TWIKE ZORA eifrig am Strom ziehen

TWIKE ZORA eifrig am Strom ziehen

Es geht weiter. Unser Weg schlängelte sich durch ein sehr schönes Panorama. Bewusst haben wir auf unserem Navi nur eine Höchstgeschwindigkeit von 58km/h eingeben um Schnellstraßen zu vermeiden. Und tatsächlich wurden wir über sehr kleine urige und idyllische Dörfer geführt.

Zum Abschluss fanden wir noch einen super Italiener an der Ecke und könnten uns Wein und Pizza. Erwachsene interessierten sich derweil für das TWIKE, die Kinder für das Pedalo.

Kleine Stärkung

Kleine Stärkung

Wenige Kilometer weiter kam der Campingplatz „Le Coin Tranquille“ (www.coin-tranquille.com). Wow! Welch ein Luxus. Sogar mit beleuchtetem Schwimmbad und 25 Grad warmen Wasser. Ok, das steht auf dem Papier, wir kamen sozusagen um kurz nach 21 Uhr an, Baden erlaubt bis 21 UhrJ. Ein sehr schöner Campingplatz, sehr nettes Personal, einfach nur empfehlenswert!

15.07.2014: Freiburg-Neuchatel: 194km

Heute ging es los! Statt um 7 Uhr früh jedoch um halb zwei Uhr nachmittags! Was ist passiert? Mein Mitfahrer traf gegen 1 Uhr morgens endlich ein. Es war zu spät zum Verladen als auch zu spät um das Fahrzeug an Freiburgs Stromtankstelle zu laden. Es folgte noch eine Lagebesprechung unter Sternenhimmel, um 3 Uhr morgens konnte dann die Nachtruhe beginnen. Um 7 klingelte der Wecker, doch es war viel zu früh!!! Um 9 Uhr schafften wir es aufzustehen, und ab zum Fahrzeug einladen. Ui ui ui, alle Spielsachen sollten wir nicht hineinbekommen. Ein schwieriger Entscheidungsprozess stand an. Wir entschieden uns erst einmal, das 25m Kabel vom dritten Stock hinabzulassen, TWIKE AYA war vollständig leer und sehnte sich verzweifelt nach einem Stromfrühstück. Um Zeit zu sparen, versuchten wir somit bei mir Zuhause parallel zum Einladen zu laden. Super! Kabellänge ausreichend, über eine Bäume gelang es anschließend auf den Gehweg. Ein kleines Hindernis hatten wir bereits genommen. Ich entschied mich das Einrad als auch die Minitischtennisplatte in Freiburg zu legen. Wir nahmen sämtliche Spiele aus den Bananenkartons heraus und stapelten sie eins nach dem anderen auf der Beifahrerseite.

beladenes TWIKE AYA

beladenes TWIKE AYA

beladenes TWIKE ZORA

beladenes TWIKE ZORA

So, beide TWIKEs sind beladen…nun ist nur kein Platz mehr für meine persönlichen Sachen, wie Kleidung etc…ich beschränke mich auf das Notwendigste…somit blieben auch die Winterschuhe in Freiburg, welche neu besohlt hätten werden müssen…Schuhmacher sind in Marokko an jeder Straßenecke zu finden…zu für uns unglaublichen Preisen! (15 Euro Tageslohn!!!).

Bye Bye Freiburg. Es geht los. Um zu unserer eingeplanten Ladestelle in der Schweiz zu gelangen, sollten wir noch einmal in Deutschland laden. Außerdem wollten wir noch etwas nahrhaftes zu nicht Schweizer Preisen zu uns nehmen. Viele Lademöglichkeiten sind auf der www.lemnet.org zu finden.

Es kann losgehen!

Es kann losgehen!

Das TWIKE kann zwar an jeder beliebigen Haushaltssteckdose geladen werden, jedoch fahren wir jetzt mit zwei Fahrzeugen plus jeweils ein Zusatzladegerät, das ergibt insgesamt vier erforderliche Steckdosen, welche möglichst nicht in einem Stromkreislauf miteinander verbunden sein sollte. Wir wurden in Neuenburg fündig. Genial! Eine Solarcarportladestelle! Mit gutem Vorbild voran!

Solarstromtankstelle in Neuenburg am Rhein

Solarstromtankstelle in Neuenburg am Rhein

Wir brauchten keine 20 Minuten und dann ging es weiter. In der Schweiz vermieden wir bewusst die Autobahnen. Zum einen hätte sich keine Vignette für zwei Fahrzeuge rendiert, zum anderen sieht würde uns die wunderbare Landschaft entgehen.

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Nächster Halt: Delemont. Wir sind ungefähr 80 gefahren und hatten nur noch wenige Restkilometer. Doch durch lemnet hatten wir bereits im Vornerein folgende Stromtankstelle ausfindig gemacht:

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Wir hatten alle Ladekabel eingesteckt aber….nichts tut sich. Die Sicherung war bereits draußen. Wir versuchten die folgende Telefonnummer anzurufen, doch es ging niemand dran. Es war bereits 19 Uhr, da scheint auch eine lokale Polizeistelle nicht mehr zu arbeiten…Ein netter Wirt von nebenan empfiehl uns den ein Kilometer entfernt gelegenen TCS Campingplatz. Gesagt, getan. Wir kamen an und es schauten uns sehr viele Wunschsteckdosen an als ob sie nur auf unsere Ankunft gewartet hätten. Wir sind wieder etwas besser gestimmt. Ich laufe an die Rezeption um höflichst zu fragen, ob wir für etwa 1.5 h etwas Strom entnehmen dürften, natürlich werden wir für den Verbrauch aufkommen. Die sehr gestresste Dame war mit unserem Anliegen etwas überfordert, holte Rücksprache und lehnte schließlich ab. Mmh, wir hatten Hunger und Durst, es gab ein Restaurant auf dem Campingplatz, wir würden also speisen und den Strom bezahlen, warum diese Ablehnung? Auf unser Nachfragen erhielt ich die Antwort das es halt so ist…etwas verzweifelt ging ich zu meinem Begleiter…er sollte es doch mal mit männlicher Charme probieren…jedoch sind seine franz. Kenntnisse sehr limitiert…auch er hatte kein Glück…also kam ich nochmals dazu…und dann hatte sie eingestimmt…uff!!! Wie viel km an Strom uns wohl in der Zwischenzeit verloren gegangen sind???

Weiter geht es. Die Dunkelheit bricht ein. Wir mussten noch weiter, doch war klar, dass wir den angepeilten Campingplatz direkt vor Genf nicht erreichen werden. Ich rief somit auf dem Camping Neuchâtel an und kündigte uns an. Der Camping hat bis 22 Uhr offen, jetzt ist es kurz vor 21 Uhr und wir hatten noch 70km zu twike. Also los! Durch kleine Straßen ging es hoch und runter und schlussendlich kamen wir erst um 23:30 in Neuchâtel an, wir wagten erst gar nicht mehr zum Camping zu fahren. Also suchten wir nach einer Alternative und fanden sie auch, dank LEMnet. Ein fünf Sterne Hotel, eine Nacht ab mind. 500 Euro. Es erwartete uns bereits ein sehr großer Parkplatz, gefüllt mit Oldtimer und sehr sehr neuen Fahrzeugen…dazwischen nun zwei TWIKE…doch wo waren die beschriebenen Anschlüsse?

Ich fragte an der Rezeption, die Dame führte mich gleich in die nahe gelegene Garage. Mein Herz schlug höher, lauter rote Steckdosen! Super, inklusive Verlängerungskabel, unglaublich! Auch mein herbeigerufener Partner war aus dem Häuschen. Aber vom Regen in die Traufe! Hatten wir doch tatsächlich keine Adapter für die 32 A Anschlüsse. Argh!!!!  Wohl oder übel mussten wir von dannen ziehen. Jetzt musste entweder eine Tankstelle her, oder der Neuenburger See in anderer Richtung umfahren werden…wir fuhren nochmals beim Campingplatz vorbei…und siehe da, er war zwar bereits geschlossen, doch fanden wir zwei Steckdosen vor! Mmh, Schweizer Stecker! Wir hatten zwar Schweizer Adapterkabel bei uns, jedoch zu kurz. Wir waren kurz davor zu basteln, sprich die Schweizer Steckköpfe abzuschneiden und an unsere langen Kabel anzubringen…Doch dann kam die Security…ob wir die Personen wären, die sich mit einem Elektrofahrzeug angekündigt hätten…man hat uns bereits erwartet! Puh, super! Also doch keine Nacht im TWIKE verbringen! Wir bekamen einen Zeltplatz zugeordnet und konnten auch noch unsere Tagesanstrengung wegduschen. Der erste Reisetag ist vorbei, wir liegen 100km im Rückstand. Morgen früh haben wir einen Termin beim TWIKE Partner in Genf. Es gilt mein bestelltes Brompton Faltrad abzuholen. Wo dieses wohl seinen Platz im TWIKE finden wird? Ich bin gespannt!

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14.07.2013: Tour Freiburg-Marokko: Anfangsschwierigkeiten

Neue TWIKE Beklebungsstreifen wurden am Samstag noch fertiggestellt. Aber TWIKE AYA ist noch nicht mal aus Rosenthal (bei Marburg) losgefahren!!!Uiuiui, die Reise wird aus Termingründen erneut um einen Tag verschoben. Heute morgen um halb elf dann der ersehnte Anruf. TWIKE AYA ist abfahrtsbereit!!! Ich kann es noch nicht so richtig wahrhaben…zuviele zeitliche Verschiebungen fanden in letzter Zeit statt. Mittlerweile ist es fast 23 Uhr. Noch kein TWIKE AYA in Sicht. Kurzer Anruf. Aha, Fahrer als auch Fahrzeug befinden sich „bereits“ in Offenburg. In beide TWIKEs wurde ein „Doppelladegerät“ eingebaut, somit kann jetzt pro TWIKE an zwei Steckdosen gleichzeitig geladen werden. Im Optimalzustand sind dies pro Minute nun zwei Kilometer Strecke, welche an der Steckdose „getankt“ wird. Wegen den vielen zeitlichen Verschiebungen sind wir leider terminlich in einen Engpass gekommen. Mein Begleiter muss bereits in zehn!!! Tagen wieder in Deutschland sein!!! Mit dem neuen Ladesystem sollten wir nun also doppelt so schnell vorankommen, dachten wir!!! TWIKE AYA kommt deshalb mit Verspätung an, da doppeltes Laden auch eine erhöhte Batterietemperatur in Anspruch nimmt. Da heute ein sehr heisser Tag war, kam tatsächlich der seltene Moment auf den Fahrer zu, dass er eine zu hohe Batterietemperatur zum Laden angezeigt bekam und nun auf eine Abkühlung derer wartet. Dies ist mir in Marokko!!! erst zwei Mal passiert! In Deutschland hätte ich diesen Vorfall nicht für möglich gehalten. Nichtsdestotrotz bleibt auch das Wetter in den kommenden Tagen ähnlich sommerlich. Ich hoffe, dass sich derartige Vorfälle nicht in den nächsten Tagen wiederholen. Die Fähre ab Barcelona ist für den kommenden Freitag vormittag vorgesehen. Morgen geht es erstmal 300km nach Genf. Am Dienstag morgen werde ich feierlich von dem dortigen TWIKE Händler (auch Bromton-Händler) mein erstes Bromtonfaltrad in Empfang nehmen. Ich hoffe sehr, dass es neben den vielen Marokkospielsachen noch seinen Platz im TWIKE findet. Ich bin sehr gespannt.

Apropo Platz. Räusper…die mittlerweile sehr große Anzahl an „Mitbringsel“ nach Marokko bereitet mir etwas Kopfzerbrechen. TWIKE ZORA ist bereits vollgepackt…es würde an ein Wunder grenzen, wenn wir die restlichen fünf Bananenkartons, inklusive Einrad, Fussballtorwand, Minitischfussballplatte….noch in TWIKE AYA bekommen würden…morgen sehen wir weiter…

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Nacht und freue mich auf das Abenteuer mit den zwei TWIKEs.

Zwei TWIKEs kurz vor ihrer Abreise nach Marokko

Zwei TWIKEs kurz vor ihrer Abreise nach Marokko

10.07.2013: Baldiger Aufbruch nach Marokko

TWIKE ZORA ist immer noch in Deutschland. Bereits seit über einem Monat war der Aufbruch nach Marokko geplant. Doch anscheinend ist auch im Leben eines TWIKEs nicht immer alles planbar. TWIKE ZORA wird in Begleitung von TWIKE AYA die Reise angehen.

Die zwei scheinen die Reise aus irgendwelchen Gründen herauszögern zu wollen. Die erste Reiseverzögerung trat durch eine Terminverschiebung des Fahrers von TWIKE AYA ein. Das ungeduldige TWIKE ZORA wollte nicht länger auf  seine „große Schwester“ warten und plante nach der Messe „e-mobility-world 2013“ einen Alleingang. Kaum jedoch in Freiburg angekommen, liessen  die Kräfte nach, und es musste in die „Intensivstation“ zur Manufaktur nach Hessen gebracht werden. Gut erholt wollte TWIKE AYA unbedingt mit auf die Reise, und gab solange nicht nach, bis der Fahrer nochmals eine Lücke im übervollen Terminkalender entdeckt hat. Diesen Sonntag wird die Reise gestartet!!! Es wird von Freiburg über Genf nach Barcelona gehen. Dort werden die zwei TWIKEs Aufsehen auf der Fähre nach Tanger (Marokko) erregen, bevor die Reise anschliessend über den Landweg nach Südmarokko (Agadir) fortgesetzt wird.

Besonders freuen wir uns alle, dass kurzfristig noch eine Vollkasko!!!Versicherung für Marokko abgeschlossen werden konnte. Es wird sich nun eine Spur unbeschwerter fahren lassen.

Heute hat der Fastenmonat Ramadan in Marokko seinen Start gehabt. Es wird uns eine „harte“ Reise bevorstehen. Hohe Temperaturen und erschwertes Essen und Trinken während dem Tag. Ganz besonders freue ich mich meinem Reisebegleiter und Fahrer von TWIKE AYA, die für ihn noch unbekannte eindrucksvolle Ramadanzeit näherzubringen. So erschwerlich der normale Tagesverlauf, so wunderbar und einzigartig ist die Zeit nach Fastenbruch, wenn Marokko wieder „zu Leben anfängt“.

Es war erneut eine schöne aber auch anstrengende Zeit in Deutschland. Deutschland hat einen anderen Lebensrhythmus und der Kultursprung wird nach jedem langem Aufenthalt in einem der beiden Länder nicht einfacher. Auch habe ich lange Zeit in Deutschland die Sonne vermisst und habe mich nun sehr in den letzten Tagen über den sehr spät gekommenen Sommer gefreut.

Die letzten Reisevorbereitungen laufen…